Elektrosmog im Haushalt: Mythen und Fakten

Was Elektrosmog ist, welche Grenzwerte in der Schweiz gelten, welche Mythen sich halten und wie Sie die Belastung zu Hause mit einfachen Mitteln senken.

Timur Ilkhan, Geschäftsführer · · 2 Min. Lesezeit

WLAN, Mobilfunk, Stromleitungen: Viele Menschen fragen sich, ob die Felder im eigenen Zuhause eine Gefahr sind. Der Begriff Elektrosmog verunsichert. Wir ordnen ein.

Was ist Elektrosmog?

Elektrosmog ist ein Sammelbegriff für elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder, die durch Stromleitungen, Geräte und Funkanwendungen entstehen. Man unterscheidet:

  • Niederfrequente Felder: zum Beispiel von Hausinstallationen, Haushaltsgeräten und Hochspannungsleitungen
  • Hochfrequente Felder: zum Beispiel von WLAN, Mobilfunk und Bluetooth

Beide gehören zur nichtionisierenden Strahlung. Anders als Röntgen- oder UV-Strahlung reicht ihre Energie nicht aus, um Moleküle direkt zu verändern.

Welche Grenzwerte gelten?

In der Schweiz regelt die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) die Strahlung von ortsfesten Anlagen wie Mobilfunkantennen, Hochspannungsleitungen oder Transformatorenstationen. Für Orte, an denen sich Menschen länger aufhalten, gelten zusätzlich vorsorgliche Anlagegrenzwerte, die deutlich tiefer liegen als die Immissionsgrenzwerte.

Elektrische Geräte wie Mikrowellen, Kochherde oder Elektrowerkzeuge regelt die NISV ausdrücklich nicht. Für sie gelten die Produktvorschriften.

Mythen und Fakten

  • «WLAN macht krank.» Bei Einhaltung der Grenzwerte sind nach heutigem Wissensstand keine gesundheitlichen Schäden nachgewiesen. Die Forschung dazu läuft weiter.
  • «Abschirmprodukte schützen.» Für Aufkleber, Anhänger oder spezielle Farben fehlt ein Wirksamkeitsnachweis. Abstand und Ausschalten wirken zuverlässig.
  • «Haushaltsgeräte strahlen den ganzen Raum zu.» Geräte wie Föhn oder Staubsauger erzeugen in unmittelbarer Nähe stärkere Felder. Diese nehmen mit dem Abstand aber rasch ab.

So senken Sie die Belastung

  • Abstand halten: Router, Ladegeräte und Funkwecker nicht direkt neben dem Bett oder Sofa platzieren.
  • Ausschalten: WLAN nachts oder bei Nichtgebrauch deaktivieren, Geräte nicht im Stand-by lassen.
  • Installation prüfen lassen: Fehler in der Hausinstallation, etwa vertauschte Leiter oder Ausgleichsströme über Wasserleitungen, können unnötige Magnetfelder erzeugen. Eine Elektrokontrolle deckt solche Fehler auf.

Fazit

Elektrosmog ist Teil des modernen Alltags, Panik ist unbegründet. Wer Abstand hält, nicht benötigte Geräte ausschaltet und die Installation regelmässig prüfen lässt, reduziert die Belastung mit einfachen Mitteln.

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Quellen