Die häufigsten Fehler bei Eigeninstallationen und warum sie gefährlich sind

Was Laien an der Elektroinstallation selbst machen dürfen, welche Fehler häufig passieren und warum auch erlaubte Arbeiten kontrolliert werden müssen.

Timur Ilkhan, Geschäftsführer · · 2 Min. Lesezeit

Eine Lampe anschliessen, eine Steckdose ersetzen oder gleich eine neue Leitung ziehen: Viele trauen sich solche Arbeiten selbst zu. Bei Elektroinstallationen kann aber schon ein kleiner Fehler schwere Folgen haben, denn einen Fehler sieht man der Installation oft nicht an.

Was Laien selbst machen dürfen

Grundsätzlich braucht es für Installationsarbeiten eine Installationsbewilligung des ESTI. Die Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV) erlaubt Laien in den eigenen, selbst bewohnten Wohnräumen und den zugehörigen Nebenräumen nur wenige Arbeiten:

  • Leuchten und die zugehörigen Schalter montieren und demontieren
  • einzelne Steckdosen und Schalter in bestehenden Installationen ersetzen oder installieren, und zwar nur in einphasigen Endstromkreisen, die mit einem Fehlerstrom-Schutzschalter von höchstens 30 mA geschützt sind

Arbeiten an Steckdosen und Schaltern nach dieser Ausnahme müssen anschliessend vom Inhaber einer Kontrollbewilligung kontrolliert werden, der Ihnen den Sicherheitsnachweis übergibt. Alles, was darüber hinausgeht, etwa neue Leitungen, Arbeiten an der Verteilung oder dreiphasige Stromkreise, gehört in die Hände eines Elektroinstallateurs mit Bewilligung.

Typische Fehler

  • Falsche Absicherung: Eine zu hoch abgesicherte Leitung wird bei Überlast nicht mehr geschützt und kann sich bis zum Brand erhitzen.
  • Falsch angeschlossene Leitungen: Vertauschte Adern oder nicht fest angezogene Klemmen führen zu Wackelkontakten, die heiss werden und Funken schlagen.
  • Fehlender Schutzleiter: Ohne korrekt angeschlossenen Schutzleiter kann im Fehlerfall ein Gehäuse unter Spannung stehen.
  • Ungeeignetes Material: Leitungen oder Steckdosen, die nicht für die Belastung oder den Einsatzort geeignet sind.
  • Fehlender Feuchteschutz: Im Keller, im Bad oder im Freien braucht es Betriebsmittel mit passender Schutzart.

Warum das gefährlich ist

Ein falsch angeschlossenes Kabel funktioniert oft trotzdem, bis zum ersten Fehlerfall. Schon Ströme von wenigen Dutzend Milliampere durch den Körper können lebensgefährlich sein. Viele Wohnungsbrände haben ihren Ursprung in improvisierten Lösungen.

Dazu kommt die Haftung: Wer ohne Bewilligung installiert, trägt im Schadenfall die Verantwortung und riskiert Diskussionen mit der Versicherung, siehe Elektrokontrolle und Versicherungsschutz.

Fazit

Leuchten montieren ist erlaubt, vieles andere nicht. Haben Sie selbst Steckdosen oder Schalter ersetzt, lassen Sie die Arbeit kontrollieren. Wir prüfen Ihre Installation und stellen den Sicherheitsnachweis aus.

Periodische Elektrokontrolle · Einfamilienhaus CHF 350.–

Offerte anfragen

Quellen