FI-Schutzschalter (RCD): Lebensretter in der Elektroinstallation
Was ein FI-Schutzschalter (RCD) macht, wo er vorgeschrieben ist, wie Sie ihn testen und was zu tun ist, wenn er auslöst oder sich nicht einschalten lässt.

Der Fehlerstrom-Schutzschalter, kurz FI-Schutzschalter oder RCD (Residual Current Device), gehört zu den wichtigsten Schutzeinrichtungen einer elektrischen Installation. Er schützt Personen vor einem gefährlichen elektrischen Schlag und senkt das Brandrisiko durch Fehlerströme.
So funktioniert ein FI-Schutzschalter
Der FI-Schutzschalter vergleicht laufend den Strom, der in einen Stromkreis hineinfliesst, mit dem Strom, der zurückfliesst. Im Normalfall sind beide gleich gross. Fliesst ein Teil des Stroms auf einem anderen Weg ab, etwa über ein defektes Gerät oder über den menschlichen Körper zur Erde, entsteht eine Differenz. Überschreitet sie den Nennauslösestrom, zum Beispiel 30 mA, schaltet der FI-Schutzschalter den Stromkreis innerhalb von Sekundenbruchteilen ab.
Wo ist ein FI-Schutzschalter vorgeschrieben?
Die Niederspannungs-Installationsnorm (NIN) verlangt bei neuen Installationen für Steckdosen-Stromkreise bis 32 A in der Regel einen Fehlerstrom-Schutzschalter mit höchstens 30 mA Nennauslösestrom. Dazu kommen besondere Anforderungen für Badezimmer, Aussenbereiche und weitere Räume mit erhöhtem Risiko.
Ältere Installationen wurden nach den damals gültigen Regeln erstellt und haben oft keinen oder nur einen teilweisen Fehlerstromschutz. Wird eine solche Installation erweitert oder geändert, gelten für den neuen Teil die aktuellen Anforderungen.
Prüfung: selbst und bei der Kontrolle
- Selbsttest: Jeder FI-Schutzschalter hat eine Prüftaste, meist mit «T» beschriftet. Die Hersteller empfehlen, sie regelmässig zu drücken, etwa halbjährlich. Der Schalter muss sofort auslösen. Danach schalten Sie ihn wieder ein.
- Messung bei der Elektrokontrolle: Wir messen den Auslösestrom und die Auslösezeit mit einem Prüfgerät. Die Prüftaste zeigt nur, ob die Mechanik funktioniert, nicht aber, ob der Schalter rechtzeitig und beim richtigen Fehlerstrom abschaltet.
Häufige Situationen
- Der FI-Schutzschalter löst immer wieder aus: Ursache ist oft ein defektes Gerät, Feuchtigkeit in einer Steckdose oder Leitung oder eine beschädigte Isolation. Ziehen Sie die Geräte des betroffenen Stromkreises aus und schalten Sie sie einzeln wieder zu. So finden Sie das fehlerhafte Gerät oft selbst.
- Der FI-Schutzschalter löst beim Testen nicht aus: Er ist möglicherweise defekt. Lassen Sie ihn von einem Elektroinstallateur prüfen und ersetzen.
- Der FI-Schutzschalter lässt sich nicht wieder einschalten: Meist liegt noch ein Fehler im Stromkreis vor. Ziehen Sie alle Geräte aus. Lässt er sich weiterhin nicht einschalten, rufen Sie einen Elektroinstallateur.
Arbeiten an der Verteilung und der Ersatz eines FI-Schutzschalters sind Sache eines Elektroinstallateurs mit Installationsbewilligung.
Fazit
Ein funktionierender FI-Schutzschalter kann Leben retten. Testen Sie ihn regelmässig mit der Prüftaste und lassen Sie ihn bei der periodischen Elektrokontrolle messen. Löst er unerwartet aus oder lässt er sich nicht einschalten, gehört die Ursache in die Hände einer Fachperson.
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